Ein Stück Sahara

Es ist heiß. Uns rinnt der Schweiß an den Schläfen runter. Laut Thermometer haben wir 32 Grad im Auto. Die Sonne brennt bei den Fenstern herein – deutlich über 30 Grad – gefühlt. Jetzt wäre es doch nett eine Klimaanlage zu haben. Wir rattern die steinige Piste entlang. Der Wind wird immer stärker und böiger. Wir sind bereits 50 km von Foum Zguid weg – die nächstliegende befestigte Straße und das letzte Dorf, das wir gesehen haben.

Die Piste wird immer sandiger und es wird schwerer etwas am Boden zu erkennen. Immer wieder bräschen Windböen vollgeladen mit Sand auf uns ein. Nun müssen wir auch noch die Fenster schließen um nicht den ganzen Sand herein zu bekommen. Bald nur noch Sand um uns herum. Wir bleiben stehen und können keine fünf Meter mehr sehen. „Wie lange müssen wir hier verharren? Haben wir genug Wasser und Essen mit? Sollen wir länger hier stehen bleiben und auf besseres Wetter hoffen oder werden wir eingegraben und kommen später nicht mehr weg? Gottseidank haben wir eine Schaufel mit. Hoffentlich beeinflusst der viele Sand den Motor nicht.“ Wir steigen aus und sehen uns um – und es stimmt was uns Hartwig (ein Offroadfahrer, den wir in Marokko kennen gelernt haben) gesagt hat. „Du steigst aus und du siehst aus wie ein Schnitzel!“ Wir werden vom Sand paniert – durch den Schweiß bleibt der feinkörnige Sand besonders gut auf der Haut kleben. Auch im Auto sieht es nicht besser aus. Der Wind drückt überall Sand hinein und alles wird davon überzogen. Irgendwo im nirgendwo im Süden von Marokko gestrandet.

Genauso ist es uns bei unserer Durchfahrt durch die Wüste im Süden von Marokko gegangen. Wir wollen nicht den langen Umweg von Foum Zguid über Mhamid nach Erg Chigaga (380 km) machen und wählen die Abkürzung von 90 km quer durch die Wüste. Über teils steinige bis sandige Piste geht es an Dromedaren und Ziegenherden vorbei. Wir sehen ein paar Nomadenhäuser und Zelte weit weg von jeglicher Zivilisation. Andere Autos sehen wir keine. Doch auf einmal erkennen wir am Horizont ein Fahrzeug, das auf uns zukommt – mit hoher Geschwindigkeit. Langsam können wir einen Pick Up mit drei Insassen erkennen – ohne Windschutzscheibe. Die Männer sind komplett eingemummt und sehen aus wie typische Nomaden – wir denken an Wüstenräuber. Wir fahren zur Seite und lassen sie passieren. Sie hupen freundlich und alle drei winken gleichzeitig – sieht witzig aus. Nun erkennen wir das Fahrzeug – es ist ein Militärfahrzeug, das die Grenze zu Algerien kontrolliert.

Auch Dromedare haben Durst

Nicht mehr weit und wir sehen den dazugehörigen Militärposten. Zwei Wachen kommen auf uns zu und wir bleiben bei ihnen stehen. Sie fragen nach unserer Nationalität. Die zweite Frage, ob wir Zigaretten haben 😊 Dann noch kurzes Geplauder wohin wir fahren und schon sind wir wieder unterwegs.

Zwei Nächte verbringen wir bei der Durchfahrt in der Sahara und versuchen zu schlafen – gar nicht so leicht, wenn es sich bei dem vielen Wind wie auf hoher See anfühlt. Wir stehen immer früh auf und nutzen die kühlen Zeiten ohne Wind. Wir sehen uns das an, für was wir gekommen sind – Erg Chigaga – mächtige Sanddünen.

Video „Ein Stück Sahara“


It is hot. The sweat runs down our temples. According to thermometer, we have 32 degrees in the car. The sun is burning through the windows – well over 30 degrees – felt. Now it would be nice to have an air conditioner. We rattle along the rocky track. The wind is getting stronger and gustier. We are already 50 km away from Foum Zguid – the nearest paved road and the last village we have seen.

The track is getting more and more sandy and it gets harder to spot something on the ground. Again and again, gusts of wind brim full of sand on us. Now we have to close the windows too to do not get all the sand into the car. Soon only sand around us. We stop and cannot see five meters around the car anymore. „How long do we have to stay here? Do we have enough water and food with us? Should we stay here longer and hope for better weather or will we be buried and will not be able to leave later? Thank god we have a shovel with us. Hopefully the sand will not affect the engine. „We get out and take a look around – and it’s true what Hartwig (an off-road driver we met in Morocco) told us. „You get out and you look like a schnitzel!“ We are breaded by the sand – through sweating, the fine-grained sand sticks particularly well to the skin. Even in the car it does not look better. The wind pushes in sand everywhere and everything is covered by it. Somewhere stranded in nowhere in the south of Morocco.

This is exactly what happened to us on our way through the desert in the south of Morocco. We do not want to make the long detour from Foum Zguid via Mhamid to Erg Chigaga (380 km) and choose the 90 km shortcut across the desert. About partly stony to sandy piste it goes past dromedaries and goat herds. We see a few nomad houses and tents far away from any civilization. We do not see any other cars. But suddenly we see on the horizon a vehicle approaching us – at high speed. Slowly we can see a pick-up with three passengers – without a windshield. The men are completely enveloped and look like typical nomads – we think of desert predators. We drive to the side and let them pass. They honk friendly and all three wave at the same time – looks funny. Now we recognize the vehicle – it is a military vehicle that controls the border to Algeria.

Not far and we see the corresponding military post. Two guards come up to us and we stop by them. They ask about our nationality. The second question, whether we have cigarettes 😊 Then short chitchat where we go and we are on the way again.

We spend two nights on the passage through the Sahara and try to sleep – not so easy when it feels like on the sea. We always get up early and use the cool times without wind. We look at what we came for – Erg Chigaga – big sand dunes.

Video „A piece of the Sahara“

  1. Da scheint sich eure Kuuuh ja so richtig wohl gefühlt zu haben, so abseits der befestigten Strassen mit viel Schwung durch den vielen Sand. Sehr kuuuhles Video und euer Logo sieht Klasse aus. Das wird ja immer professioneller. Good luck!

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