Hoher Atlas

Sofort am ersten Tag, als der Winterregen in Marokko endet, packen wir unser Zeug bei Rachel und Aziz zusammen und fahren Richtung Berge. Wir wollen den Neuschnee dort genießen.

Beim Packen

Unsere Fahrt geht nach Imlil. Ein kleines Bergdorf, welches als Ausgangspunkt für den Aufstieg zum Toubkal gilt. Wir lassen unser Auto hier zurück und machen uns mit den Skiern und vollgestopften Rucksäcken am Weg Richtung Toubkal Hütte (Refuge du Toubkal). Da es hier bis gestern noch geschneit hat, können wir die Skier bereits nach einem 5-minütigen Aufstieg anschnallen. Rauf geht’s über 1.500 Hm und 15 km. Am Weg begegnen wir zahlreichen Trägern und Maultieren, die das Gepäck von Touristen zur Hütte tragen. Uns tun die vollbeladenen Tiere leid. Auch zahlreiche kleine Hütten bzw. Barracken sind überall am Weg anzutreffen. Dort werden Cola, Schokoladenriegel und kleine Snacks verkauft. Irgendwie schräg so mitten beim Bergsteigen auf solch ein Angebot zu treffen. Da jedoch der Toubkal, der höchste Berg von Nordafrika ist, wird hier von den Touristenströmen profitiert. Auch unten in Imlil gab es zahlreiche Stände, wo man sich Steigeisen und Pickel ausleihen konnte. Am Weg aufwärts sehen wir Ziegenherden, die von Baum zu Baum ziehen um das letzte Grün zu fressen. Bei der derzeitigen Schneedecke das einzige Essbare, was zu finden ist. Den entgegen kommenden Ziegen mussten wir oft Vorrang gewähren – es waren einfach zu viele 😉

In der Hütte angekommen, freuen wir uns bereits über das Abendessen. Wir haben 2 kg Couscous mit und ernähren uns die nächsten drei Tage von diesem. Geschmacksabwechslung bieten uns die mitgebrachten Fertigdosen 😉 Da wir die Küche in der Hütte mitbenützen dürfen, kommen wir auch immer wieder in lustige Gespräche mit den dort arbeiteten Marokkanern.

Am nächsten Tag machen wir uns Richtung Ras Ouanoukrim (4.083 Hm) auf. Das Wetter ist traumhaft und es ist keine einzige Wolke am Himmel zu sehen. Es scheint so als wären wir die ersten, die diesen Berg seit ein paar Tagen besteigen. Vor uns keine Spur. Am Sattel machen wir ein Skidepot und klettern teils im II Schwierigkeitsgrad mit Steigeisen Richtung Gipfel. Man merkt schon die dünner werdende Luft und unser Schritttempo verlangsamt sich. Wir genießen die tolle Aussicht und Einsamkeit. Mit den Skiern geht es dann wieder zur Hütte zurück.

Am darauffolgenden Tag gehen wir auf den Jebel Toubkal (4.167 Hm). Hier sind wir jedoch nicht wie am Vortag alleine unterwegs. Mit ca. 15 anderen Touristen, die teilweise das erste Mal Steigeisen tragen, bestreiten wir den Weg. Unsere Skier lassen wir auf ca. 2/3 der Strecke zurück, da der Schnee oben am Gipfel abgeblasen ist. Die Aussicht ist gigantisch und wir können sogar bis zur Wüste sehen. Auch die Abfahrt ist traumhaft – den letzten Hang gehen wir sogar noch drei Mal rauf, um im tollen Pulverschnee ein paar mehr Schwünge zu machen. Wir lassen den Tag gemütlich vorm Lagerfeuer in der Hütte ausklingen und haben tolle Gespräche mit Leuten aus Großbritannien, Slowakei und Frankreich. Sehr überraschend ist es, als plötzlich eine Skitourengruppe aus Österreich bei der Tür hereinkommt und man Bekannte von Zuhause in Marokko trifft – wie klein doch die Welt ist 😊

Am nächsten Tag treten wir wieder den Abstieg nach Imlil an. Wir sind froh, gleich nach dem Ende des Winterregens diese Tour gemacht zu haben. Beim Abstieg, der gleich dem Aufstieg verläuft, erkennen wir fast die Landschaft nicht mehr. Beinahe der gesamte Schnee ist ab der Hälfte der Strecke verschwunden und das kleine verschneite Imlil weist nur mehr „Gatsch“ auf den Straßen auf. Fast nicht zu glauben, dass wir hier vor ein paar Tagen noch mit den Skiern aufgestiegen sind.

Abstieg im

Als wir wieder zu Rachel und Aziz kommen, werden wir von Medica und Brahim (die zwei Angestellten, die sich um die Tiere kümmern und auch am Gut wohnen) herzlich begrüßt. Sie umarmen und küssen uns auf die Wangen bzw. auf die Schultern. Sie freuen sich sehr, dass wir wieder heil vom Toubkal zu ihnen gekommen sind. Obwohl die beiden nur Berber sprechen, können wir uns gut mit ihnen verständigen.

Rachel und Aziz sind noch nicht zurück von ihrer Reise und wir kümmern uns in ihrer Abwesenheit wieder um alles 😉


Immediately on the first day, as the winter rain in Morocco ends, we pack our stuff together at Rachel and Aziz place and drive towards the mountains. We want to enjoy the fresh snow there.

Our journey goes to Imlil. A small mountain village which is considered the starting point for the ascent to Toubkal. We leave our car here and head for the Toubkal hut (Refuge du Toubkal) with our skis and stuffed backpacks. Since it snowed here until yesterday we can already buckle up the skis after a 5-minute climb. It goes up over 1,500 meters and 15 km. Along the way we encounter numerous porters and mules carrying the luggage of tourists to the hut. We are sorry for the fully loaded animals. Numerous small huts or barracks can be found everywhere along the way. There are coke, chocolate bars and small snacks sold. Somehow strange such an offer in the middle of the mountains. However, as the Toubkal is the highest mountain of North Africa, they take benefits of the tourist streams. Also down in Imlil there were numerous shops where you could borrow crampons and pimples. On the way up we see herds of goats which move from tree to tree to eat the last green they can find. In the current snowpack the only edible thing to find. We often had to prioritize the oncoming goats – there were just too many 😉

Arrived at the hut we are already looking forward to the dinner. We have 2kg of couscous for the next three days. Taste change offered us the ready-made cans 😉 Since we may use the kitchen in the hut we have funny talks with the Moroccans working there.

The next day we head for Ras Ouanoukrim (4,083 Hm). The weather is fantastic and there is not a single cloud on the sky. It seems like we are the first to climb this mountain for a few days. No trace in front of us. At the saddle we make a ski depot and climb partly in the II degree of difficulty with crampons towards the summit. We already notice the thinning air and our pace slows down. We enjoy the great view and loneliness. Then we ski down to the hut.

The next day brings us to the Jebel Toubkal (4.167 Hm). Here we are not alone like on the day before. With about 15 other tourists, who sometimes wear crampons for the first time, we deny the way. We leave our skis on about 2/3 of the way back, because there is no snow at the summit. The view is gigantic and we can even see the desert. The descent is fantastic – we even go up three times the last slope. We let the day end comfortably in front of the campfire in the hut and have great discussions with people from the UK, Slovakia and France. Suddenly a ski tour group from Austria comes in at the door and we meet people from home in Morocco – how small the world is 😊

The next day we return to Imlil. We are glad to have made this tour right after the end of winter rain. In the descent, which is equal to the ascent, we almost do not recognize the landscape. Almost all of the snow has disappeared from half of the track and the small snowy Imlil has just „gossip“ on the streets. Almost unbelievable that we climbed here with skis a few days ago.

As we return to Rachel and Aziz, we are warmly welcomed by Medica and Brahim (the two staff caring for the animals and also living at the estate). They hug and kiss us on the cheeks or on the shoulders. They are very happy that we came to them again from the Toubkal. Although the two speak only Berbers, we can communicate well with them.
Rachel and Aziz are not back from their journey yet and we’ll take care of everything in their absence 😉

3 Antworten auf “Hoher Atlas”

  1. Hallo, sehr abwechslungsreich ist eure Reise. Es macht euch sichtlich Spaß Arbeit und Freizeit eng nebeneinander.
    Ich habe mich schon sehr über euren Bericht gefreut. Liebe Grüße Mama Berta

    Gefällt 1 Person

  2. Hallo ihr Lieben!
    Klingt alles ganz schön anstrengend. Morgen singen wir eine Messe für Oma- du weißt schon 5. Sterbtag. Sie schaut euch sicher zu! 🙂
    Alles Liebe, Godi!

    Gefällt 1 Person

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